Anwaltskosten

Die Kosten anwaltlicher Inanspruchnahme sind für den Mandanten naturgemäß ein wichtiges Thema. Hier möchten wir gern für größtmögliche Transparenz sorgen. Grundsätzlich gilt, dass die Vergütung des Anwalts gesetzlich geregelt ist und zwar im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, dem RVG.

Wie vom Gesetzgeber vorgesehen, schließen wir über Beratungsmandate mit dem Mandanten eine Vereinbarung über die Gebühren ab. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Aufträgen, bei denen es bei einer einmaligen Beratung im Erstgespräch bleibt und solchen, bei denen weitere Beratung gewünscht ist sowie Gutachtenaufträgen.
Weiteres gilt, wenn nach der Beratung auch die außergerichtliche oder gerichtliche Vertretung in Auftrag gegeben wird.

Kosten der Erstberatung

Die Erstberatung umfasst ein mündliches Beratungsgespräch mit einem Rechtsanwalt, hier bei uns immer mit einem Fachanwalt für Familienrecht. Die Beratung findet üblicherweise in den Kanzleiräumen statt; wünscht der Mandant dies ausdrücklich, ist auch eine fernmündliche Beratung möglich. Vorbereitende Tätigkeiten, etwa die Sichtung vorab überlassener Unterlagen oder Nachbereitung oder auch die Beantwortung nachträglich auftauchender Rückfragen sind normalerweise nicht erfasst.

Höhe der Kosten

Über die Vornahme einer Erstberatung schließen wir mit dem Mandanten eine sog. Gebührenvereinbarung gem. § 4 RVG über die Pauschalvergütung einer anwaltlichen Erstberatung ab. Dies beinhaltet, dass für die mündliche – auch fernmündliche – Erstberatung eine Pauschalvergütung von 190,00 Euro zzgl. MwSt, demnach 226,00 Euro zu zahlen ist und dass mit diesem Betrag die anwaltliche Erstberatung bis zur Dauer von 75 Minuten abgegolten ist. Für Beratungsgespräche bis zu 90 Minuten vereinbaren wir einen Pauschalbetrag von brutto 250,00 Euro; dauert die Erstberatung länger, werden pauschal brutto 300,00 Euro berechnet.

Etwaige Auslagen (z.B. Kopierkosten) sind mit der vereinbarten Vergütung nicht abgegolten und werden zusätzlich nach den gesetzlichen Vorschriften abgerechnet, so, wie sie entstanden sind.

Rechtsschutzversicherung

Etwaige Zahlungen eines Rechtsschutzversicherers werden selbstverständlich angerechnet. Die vom Versicherer geschuldete Vergütung ist in der Höhe auf den nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geschuldeten Rahmen begrenzt. Die vereinbarte Vergütung kann im Einzelfall über diesen Rahmen hinausgehen. Es liegt dann im Risiko des Mandanten, ob und inwieweit der Rechtsschutzversicherer Zahlung leistet.

telefonische Erstberatung

Sofern Sie eine telefonische Erstberatung wünschen, ist es zu deren Vorbereitung und zur Abschätzung der endgültigen Kosten hilfreich, wenn Sie uns kurz schriftlich, gern auch per mail oder Fax, Ihr Anliegen schildern und Ihre Daten übermitteln. Wir können sodann kurzfristig einen Telefontermin vereinbaren.

Anwaltsvertrag und Kostenerstattung durch Dritte

Grundsätzlich schließen Sie mit dem Anwalt, den Sie beauftragen, einen Vertrag ab und müssen daher, wie bei anderen Dienstleistungen auch, dessen Kosten bezahlen. Allerdings gibt es eine Reihe von Fällen, in denen Dritte die entstandenen Kosten im Anschluss erstatten müssen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich der Gegner mit einer Zahlung an Sie im Verzug befindet.

Auch wenn Sie bei einem Rechtsstreit obsiegen, sind Ihnen im Regelfall die Kosten zu erstatten. Ausnahmen gibt es allerdings auch und gerade im Familienrecht, denn dieses kennt eine Reihe von Verfahren, in denen grundsätzlich die Kosten zwischen den Beteiligten aufgeteilt werden, so z.B. bei Scheidungsverfahren.

Kosten für die außergerichtliche und gerichtliche Vertretung

Wir arbeiten außergerichtlich normalerweise auf Basis eines vereinbarten Stundenhonorars. Dabei erteilen wir minutengenaue Abrechnungen, aus denen im Detail zu ersehen ist, wann welche Tätigkeit geleistet wurde.

Mit dieser Abrechnungsmethode steht sich der Mandant insbesondere bei höheren Werten, um die gestritten wird, oft günstiger, als dies bei der gesetzlich vorgesehenen „Standardabrechnung“, bei der sich die Gebühren pauschaliert nur nach dem Gegenstandswert richten. In der Praxis hat der Mandant außerdem auch ein einem gewissen Rahmen eine Einwirkungsmöglichkeit auf die Höhe der Kosten, indem er beispielsweise gut aufbereitete Unterlagen vorlegt, deren Bearbeitung durch den Anwalt dann entsprechend schneller vorgenommen werden kann.

Eine Grenze erfährt diese Abrechnungsmethode allerdings bei gerichtlichen Verfahren. In diesen sind Anwälte daran gebunden, mindestens die gesetzlichen (Pauschal-)Gebühren abzurechnen und zwar auch dann, wenn sich nach der stundenweisen Abrechnung ein geringerer Betrag ergäbe.

Für eine erste Kostenkalkulation und Auskunft zum Stundensatz im konkreten Fall kontaktieren Sie uns gerne.

Beratungshilfe

Für gerichtliche Verfahren in Familiensachen kann eine andere Hilfe, die Verfahrenskostenhilfe heißt, gewährt werden.

Voraussetzung für die Gewährung von Beratungshilfe ist, dass der Ratsuchende nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen über die Mittel zur Rechtsverfolgung nicht verfügt und dass die Rechtsverfolgung nicht mutwillig ist. Weiter wird erwartet, dass der Ratsuchende zunächst selbst versucht, seine Angelegenheiten zu regeln, bevor er anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt. Die Einkommensgrenzen für die Beantragung von Beratungshilfe werden jährlich in Abhängigkeit zu den Regelsätzen des Bundessozialhilfegesetzes neu festgelegt.

Ein Anwalt kann nur unter bestimmten Umständen ablehnen, Ihre Beratung und Vertretung auf Basis von Beratungshilfe zu übernehmen. Das gilt z.B. dann, wenn es dem Anwalt, den Sie aufsuchen möchten, auf dem Rechtsgebiet, um das es Ihnen geht, an hinreichenden Rechtskenntnissen und Erfahrung fehlt. Da wir uns – wie viele andere Kollegen auch – auf ein bestimmtes Gebiet, nämlich das Familienrecht spezialisiert haben, können wir auch Beratungshilfe nur für das Familienrecht gewähren.

‚Der Antrag auf Bewilligung von Beratungshilfe kann vor Beauftragung eines Anwaltes oder auch nachträglich gestellt werden. Der nachträgliche Antrag birgt allerdings das Risiko, dass Beratungshilfe letztlich nicht bewilligt wird, etwa weil das Gericht die Rechtssache als nicht so schwierig beurteilt, dass es der Einschaltung eines Anwaltes bedurft hätte. In solchen Fällen ist der Anwalt dann gezwungen, die Kosten am Ende doch beim Rechtssuchenden geltend zu machen. Das dann sowohl für den Mandanten als auch für den Anwalt ein unerwünschtes Ergebnis. Aus diesem Grund müssen wir um Verständnis dafür bitten, dass wir Beratungshilfe erst bei Vorlage eines entsprechenden Berechtigungsscheines des Amtsgerichts und Zahlung der Beratungshilfegebühr von 15,00 € gewähren können.

Zur Erteilung des Berechtigungsscheins wenden Sie sich bitte an das Amtsgericht Ihres Wohnortes; in Köln finden Sie die zuständige Stelle hier: Rechtsantragsstelle beim Amtsgericht Köln, Luxemburger Str. 101, 50937 Köln.
Die jeweils aktuellen Öffnungszeiten der Rechtsantragsstelle können Sie hier einsehen. Sie sollten in jedem Falle mitnehmen:

  • gültige Ausweispapiere sowie Meldebestätigung, wenn sich der Wohnsitz nicht aus dem Ausweispapier ergibt
  • Einkommensnachweise bzw. Bescheide des Jobcenters o.ä. und Nachweise über regelmäßige Ausgaben wie Miete, Strom, Kreditbelastungen, etc.
  • Unterlagen zum Rechtsfall, also bisherige Korrespondenz und Schriftsätze, ggf. mitsamt Zustellungskuverts

Verfahrenskostenhilfe

Wenn Sie nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um ein Gerichtsverfahren zu finanzieren, kann Ihnen Unterstützung aus der Staatskasse gewährt werden. In allgemeinen Verfahren heißt diese Hilfe, die man früher als „Armenrecht“ bezeichnet hat, Prozesskostenhilfe, in Familiensachen Verfahrenskostenhilfe oder auch kurz „VKH“.

Die Gewährung der Hilfe erfolgt auf entsprechenden Antrag, der beim jeweils zuständigen Gericht zu stellen ist. Voraussetzung ist zum einen die Bedürftigkeit des Antragstellers und zum anderen, dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung zumindest hinreichende Aussicht auf Erfolg hat und nicht mutwillig ist.

Die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Antragstellers müssen zwingend in einem Formularbogen, der sog. „Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse“ dargelegt und mit Kopien von Belegen  ergänzt werden. Wenn Sie Leistungen nach dem SGB II („Hartz IV“) beziehen, muss dem ausgefüllten Formular nur eine Kopie des letzten Bewilligungsbescheides beigefügt werden.