Kindeswohlbelange haben bei der Entscheidung über eine Wohnungszuweisung Vorrang, OLG Brandenburg, Beschluss v. 24.02.2020 – 13 UF 5/20

Aus dem Umstand, dass das Kindeswohl in § 1361 b BGB ausdrücklich erwähnt ist, ergibt sich, dass Kindeswohlbelange bei einer Entscheidung über die Wohnungszuweisung an einen Ehegatten von entscheidender Bedeutung ist. Vorzugsweise ist die Ehewohnung dem Ehegatten zuzuweisen, der das Kind bzw. die Kinder überwiegend betreut. Unterschiedliche wirtschaftliche Verhältnisse der Ehegatten haben demgegenüber zurückzutreten.

Eine Aufteilung der Ehewohnung kommt nur in Betracht, wenn entweder genug Raum ist, dass es nicht zu einem Aufeinandertreffen kommt oder wenn die Ehegatten zumindest soweit miteinander auskommen, dass mit einer Beeinträchtigung des Kindeswohls aufgrund von Auseinandersetzungen nicht zu rechnen ist.